Kategorie: Carbonbögen Cello Arcus/Müsing

Carbonbögen für Cello – ARCUS und Müsing

Das Cello stellt an seinen Bogen höhere physikalische Anforderungen als Violine oder Viola: Die Saitenspannung ist größer, die Mensur länger, der Ton muss den Raum füllen. Herkömmliche Holzbögen sind für moderne Cellosaiten – Stahl- und Wolfram-Wicklungen, hohe Spannung – strukturell schlicht zu weich. Sie schlagen im kräftigen Forte auf die Saiten durch, bremsen die Ansprache und limitieren die erreichbare Lautstärke und Dynamik. Dieses Problem haben ARCUS und Müsing gelöst.

Beide Marken kommen aus derselben Werkstatt in Würzburg – der Bernd Müsing KG. Ihre Stangen sind hohl, mit einer Wandstärke von unter einem Millimeter und einem Harzanteil weit unter dem Marktdurchschnitt. Die Steifigkeit liegt deutlich über der herkömmlicher Holzbögen, das Gewicht darunter oder auf Augenhöhe. Die Eigenresonanz liegt bei etwa 100 Hz – eine Oktave oberhalb klassischer Holzbögen. Das bedeutet freiere Schwingung, klareren Klang und eine spürbare Entlastung des Bogenarms: Auch in den längsten Proben und Konzerten ermüdet der Arm nicht mehr auf dieselbe Weise. Beide Bögen sind vollständig klimaunempfindlich und werden mit 30 Jahren Garantie auf die Stange geliefert.

ARCUS Cellobögen – T-Serie und S-Serie

ARCUS bietet für Cello zwei Hauptserien, die sich im Klangcharakter und in der Instrumentenpassung unterscheiden. Wie bei allen ARCUS-Bögen wird jede Stange nach dem Aushärten einzeln akustisch geprüft und klassifiziert – die Zahl im Modellnamen spiegelt das direkt wider. Ab der 6er-Klasse entspricht der Klang dem der besten alten Fernambukbögen; ab der 7er-Klasse gibt es kein Holzbogen-Äquivalent mehr.

T-Serie (ca. 71 g) – der Allrounder. Warm und brillant zugleich, passt zu fast jedem Cello. Die Stange ist hochfest mit weniger tiefer Biegung: kraftvolles Spiel, weicher Ansatz – und kein Durchschlagen auf die Saiten. Runde Stange. T4 bis T9.

S-Serie (ca. 68 g) – für Solisten und große, dunkel klingende Instrumente. Brillant, kraftvoll, äußerst dynamisch und agil. Besonders geeignet für Celli nach Goffriller- oder Montagnana-Modell, die mehr Projektion und Klarheit brauchen. Erhältlich mit runder Stange (ruhiger, präzise folgend) oder eckiger Stange (sehr lebendig, springt quasi von alleine). S4 bis S9. Saitenhinweis: mit Thomastik Spirocore Wolfram und Versum-Saiten entfalten S-Bögen ihren vollen Charakter; bei sehr hellen, fokussierten Saiten kann der Klang zu eng werden.

Daneben stehen bei Streicherwelt regelmäßig refurbishte Einzelstücke aus früheren ARCUS-Serien zur Verfügung – komplett überarbeitet, neu behaart, mit voller Garantie. Diese Bögen sind ausschließlich bei uns erhältlich.

Müsing Cellobögen – C-Serie und L-Serie

Müsing formuliert es direkt: Im Blindtest kann man einen Müsing-Cellobogen nicht von einem doppelt oder dreifach so teuren Holzbogen unterscheiden – allenfalls beim Bogenrauschen und der maximalen Lautstärke haben die Müsing-Bögen die Nase vorne. Das Gewicht beider Serien liegt bei ca. 75 g, die Steifigkeit rund 50 % über dem Durchschnitt vergleichbarer Bögen.

C-Serie (C2 bis C5) – der Holzbogen-Ersatz. Klingt wie ein guter Fernambukbogen, allenfalls klarer und lauter. Jede Stange wird klassifiziert: C2 übertrifft normale Carbonbögen deutlich, C3 klingt wie viele teure Meisterbögen, C4 und C5 gehen weiter. Frosch bei C3 und C4 in klassischer oder ergonomischer Ausführung wählbar.

L-Serie (L3 bis L6) – mit Aluminium-Köpfchen als gezielter Schwungmasse. Nochmals geringere Wandstärke als die C-Serie, dadurch freiere Schwingung, offenerer und farbigerer Klang. L5 und L6 haben in Müsings Vergleichstests bisher keinen Holzbogen gefunden, der mithalten konnte.

C- und L-Serie unterscheiden sich im klanglichen Ansatz: Wer dem Charakter eines Holzbogens nahbleiben will, wählt die C-Serie. Wer mehr Offenheit und Farbigkeit sucht, findet das in der L-Serie.